| Geschichten - Texte aus eigener Feder |
Das Wasser sieht, den Spiegel des Mondes in sternenklarer Nacht.
In der Ferne heult ein Wolf.
Wind fegt über den leeren Feldern
Die Sterne funkeln auf der gefroren Oberfläche
Und ein einsamer Schatten kommt langsam näher.
Gebeugt und zerlumpt sieht er aus.
Hager und nach vorne auf einen Stab gestützt.
Es geht zum Ufer des Flusses.
An einer Geschützten Stelle setzt er sich nieder
Und beugt sich zum Trinken hinab zum Wasser.
Das Mondlicht lässt den See zum Spiegel werden.
Er hält inne und betrachtet sich.
Ich bin eine traurige Gestalt.
Kein Wunder das sie mich nicht wollen.
Verdrängen mich aus ihren Reihen
Sagen ich bin nicht gut genug, ich würde nur Ärger machen
Selbst Sie will mich nicht. Sie liebt mich nicht
Schwach sehe ich aus. Doch ich habe eine unbändige Kraft
Was habe ich schon alles geschafft. Doch was werden sie ohne mich tun
Wie werden sie trauern, wie werden sie mit dem Leid umgehen
Das Leben ist Leiden und doch ist das Sein kein Leid.
Es ist so rein und so klar
Ich bin kein Teil des Seins, denn das Sein ist unteilbar
Aber ich bin ein Teil des Lebens
Und wenn sie mich wegschicken, schicken sie einen Teil ihres Lebens fort.
Er stand auf, blickte über das Land, hinauf zu Mond und Sternen
Dann hinaus auf den See.
Alles ist dort auf der Oberfläche des Sees zu sehen, der Mond, die Sterne, das Land welches ihn umgibt.
Alles ist dort im See.
Er lächelte und tat einen Schritt in das Wasser, einen und noch einen.
Er fühlte das Wasser nicht kalt, sondern weich und tragend.
Zügig und kraftvoll ging er weiter und weiter
Und der See nahm den Mann - in ihren Arme.
Morgenstern*
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